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Die Hexe hat in den letzten Jahrhunderten viele verschiedene Namen bzw. Bezeichnungen erhalten:
(Quelle: aus dem Katalog zur Ausstellung Hexen - Thomas Hauschild / Heidi Staschen / Regina Troschke) Begriffserklärung: Hexe Eine Hexe (von althochdeutsch hagzissa/hagazussa – Zaun- oder Hag-Reiterin, vgl. Hagen (Begriffsklärung)), war im Volksglauben eine mit Zauberkräften ausgestattete, meist weibliche, unheilbringende Person, die häufig mit Dämonen oder dem Teufel im Bund geglaubt wurde. Zur Zeit des sog. Hexenwahns wurde diese Vorstellung auf reale Frauen und Männer bezogen, wodurch Verfolgungen legitimiert wurden. In jüngster Zeit wird der Begriff häufig in positiver Weise neu verstanden und mit einer Tradition bestimmter weiser Frauen und Männer verknüpft. Etymologie Die Wurzeln des dt. Hexe finden sich nur im westgermanischen Sprachraum: mittelhochdeutsch Hecse, Hesse, althochdeutsch Hagzissa, Hagazussa, mittelniederländisch Haghetisse, altenglisch Haegtesse - im modernen Englisch verkürzt zu hag. Die genaue Wortbedeutung ist bis heute nicht geklärt; der erste Bestandteil von hagazussa ist wahrscheinlich althochdeutsch Hag (Zaun, Hecke, Gehege), der zweite ist möglicherweise mit norwegisch tysja (Elfe) verwandt. Herkunft des Hexenglaubens Der Begriff des Hexenglaubens ist doppeldeutig. Zum einen bezeichnet er die Überzeugung von der realen, bedrohlichen Existenz der Hexen, wie er im Volksglauben verwurzelt war und sich zum Hexenwahn steigern konnte. Zum anderen kann der Begriff heute die (naturreligiösen) Überzeugungen der sich selbst so bezeichnenden Hexen beiderlei Geschlechts bezeichnen Das Stereotyp der Hexe, nämlich einer alten Frau, die auf einem Besen reitet (hinzu kommt dann oft die Begleitung durch einen schwarzen Vogel oder eine Katze), leitet sich von der Vorstellung eines Dämons ab, der sich in Hecken oder Hainen aufhält oder auf Zäunen reitet; aus der Zaunstange des althochdeutschen Ausdrucks, meist gegabelte Äste, wurde in bildlichen Darstellungen der Hexenbesen. Für das Bild der Zaunreiterin gibt es verschiedene Erklärungen: Es könnte sich einmal um eine Art archaischer Waldpriesterinnen gehandelt haben, andererseits wird auch ein abstraktes Bild bemüht: Demnach pendeln die Beine von Wesen, die auf Zäunen sitzen, ja auf zwei verschiedenen Seiten, in diesem Fall die Seite der menschlichen Welt und die Seite der Geister (s.a. Hexensalbe). Wenn die Hecke eine Trennlinie zwischen der diesseitigen Welt und der jenseitigen Welt darstellt, ist die Hexe demnach eine Person, die zwischen diesen beiden Welten vermitteln kann - somit divinatorische, aber auch heilende Fähigkeiten und hohes Wissen besitzt. Der Begriff Hexe ist ein Sammelbegriff, der viele Ausrichtungen wie zum Beispiel Incantata (Beschwörende), Bacularia (Besenreiterin), Herberia (Kräuterfrau), Strix (Eule) u. v. m zusammenfasst. So umfasst der Begriff Hexe von je her Heilerin, Hebamme, Orakelsprechende, Zaubersprechende, Kräuterfrau, (Hell-)Seherin u.v.m. Die wahrscheinlichste Herkunft des Archetypus "Hexe" ist aufgrund der etymologischen Hinweise und des überlieferten Volksglaubens also eine Frau mit okkultem oder Naturheilwissen, die unter Umständen einer Priesterkaste angehörte. Mit dem Vordringen des Christentums wurden die heidnischen Lehren und ihre Anhänger sodann dämonisiert. Siehe hierzu auch Hexenlehre. Hexenkunst Eine mögliche Bedeutung der Hexenkunst, des Verhexens findet sich in einem der ältesten und heute noch von sog. Hexen verwendeten Symbol: dem Hexagramm. Der griechische Wortstamm hex-, lateinisch sex- symbolisiert "die dreifache (Körper, Geist, Seele) Göttin" in Umarmung mit "dem dreifachen Gott". In diesem Bild kommt zum Ausdruck, dass nur gebündelte und vereinigte Energie Kraft besitzt. So war es in der vorchristlichen Zeit und in vielen Kulturen Usus, dass männliche und weibliche Hexe/PriesterIn sich auf allen drei Ebenen - Körper, Geist und Seele - vereinigten, um so ihre Kraft/ihre Energie zu vereinigen. Auch das chinesische Symbol Yin und Yang transportiert den Kern und das Ziel dieses Hexenglaubens: ausgeglichenes, gleichberechtigtes, sich harmonisch ergänzendes Zusammentreffen von männlichen und weiblichen Energien. In dieser Vorstellung wird jedes Wesen in seiner Ganzheit respektiert - ein Glaube, der mit dem mittelalterlichen, aristotelisch geprägten Christentum nicht kompatibel war, das mit dem Sündenfall Frauen als verwerflich und damit nicht dem Manne gleichberechtigt ansah, im Übrigen die sexuelle Vereinigung nicht als religiösen Akt ansieht. Vor diesem Hintergrund und aus der Annahme, die von Hexen betriebene Magie sei zu unterscheiden in weiße Magie und schwarze Magie in Form von Schadenszaubern bildete sich die Vorstellung aus, Hexen pervertierten das Christentum und stünden im Bund mit dem Teufel. Die Annahme eines Teufelsbundes bildete eine wesentliche Grundlage der Hexenverfolgungen. Moderner Hexenglaube setzt einen Teufelsglauben keineswegs voraus. --- --- Coven Ein Coven (englisch f. Hexenzirkel) bezeichnet einen Arbeits- und Anbetungskreis von Heiden, vor allem Wicca. Ein Coven besteht idealerweise aus 5 bis 13 Leuten, die möglichst in Arbeitspaare aus einer Frau und einem Mann gegliedert sind. Ein Coven hat in der Wicca-Tradition eine Hohepriesterin und einen Hohepriester (beide drittgradig initiiert) als Leiter sowie eine "Jungfrau". Letztere muss nicht tatsächlich Jungfrau sein, allerdings muss sie weiblich sein. Allen dreien fallen in den meisten Ritualen bestimmte Aufgaben zu. Der Coven trifft sich an den Feiertagen (Sabbat), aber auch außerhalb regelmäßig oder aus aktuellen Anlässen (Esbat). Falls ein Coven zu groß wird, gründen zwei Mitglieder aus dem alten, Frau und Mann, mit beliebig vielen mitgenommenen Mitgliedern einen neuen Kreis, traditionell mindestens 3 Meilen (ca. 5 km) vom Muttercoven entfernt. Die Entfernung soll dem Entstehen einer organisierten Religion vorbeugen, wie es zum Beispiel die Katholische Kirche ist. ---
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